Amtssprache

Ivrit (Hebräisch), Arabisch

Hauptstadt

Jerusalem

Staatsform

Parlamentarische Republik

Einwohnerzahl

8.368.400

Fläche

Kernland 22.380 km²

Währung

Neuer Israelischer Schekel (ILS)

Gründung

14. Mai 1948 / 5. Ijjar 5708

Zeitzone

UTC+2/UTC+3 (Sommerzeit)

Telefonvorwahl

+972

Israel als Ziel deutscher Studierender für Auslandsaufenthalte wurde bislang vor allem von Sozial- und Geisteswissenschaftlern oder Teilnehmern an Freiwilligendiensten anvisiert. Das Land hat aber auch für zahlreiche weitere Fachrichtungen in den Sektoren Wirtschaft und Forschung viel zu bieten.

Im weltweiten Vergleich führender Innovations-Ökosysteme rangiert Israel, neben dem Silicon Valley in Kalifornien und den europäischen Wirtschaftszentren, durchweg als einer der besten Standorte für Unternehmer und Risikokapitalgeber. Dass sich Israel selbst als „Startup-Nation“ versteht, mag angesichts der geringen Größe des Landes, seiner relativ jungen Wirtschaft und der kulturell heterogenen Gesellschaft erstaunen, doch wenn man Israel näher kennen lernt, merkt man schnell, dass das Land an sich eine Art „Startup“-Unternehmung ist, das Risiken eingeht und sich konstant zu verbessern sucht.

Den Anfang von Israels innovativer Geschichte prägten kollektive Gemeinschaften, die „Kibbuzim“, die Einwanderer von über 130 Ländern aufnahmen und mit neuen Landwirtschaftsmethoden und sozialen Strukturen experimentierten. Doch mit wachsendem Talent für Innovation und zunehmender Risikobereitschaft wagten sich Israelis bald auch in andere Sektoren vor und trugen mit ihrem Fachwissen und ihren Fertigkeiten zur Gründung der ersten Industriebetriebe des Landes bei. Als Neueinwanderer war ihnen der Mut zum Experiment gegeben und sie erkannten den Wert der „Chuzpe“, die Generationen israelischer Unternehmer dazu ermutigte, stets neue Unternehmungen in Angriff zu nehmen. Die Fähigkeit zum Teamwork und zum Lösen von Problemen sowie technische Fertigkeiten, die sie sich im Militärdienst aneigneten, trugen ebenfalls zum Erfolg israelischer Unternehmer bei.

Die führenden Bildungsinstitutionen Israels haben hochqualifizierte Wissenschaftler, Ingenieure, Ärzte und Hochschuldozenten in großer Zahl hervorgebracht, die danach streben, die Forschungstrends in ihren Disziplinen führend mitzugestalten. Deshalb weist Israel, gemessen an seiner relativ kleinen Bevölkerung, eine bemerkenswert hohe Dichte von Nobelpreisträgern auf. Alle großen Städte – Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und Beer Sheva – beherbergen renommierte Universitäten.

Israel hat auch Anstrengungen unternommen, internationale Technologiefirmen in das Land zu bringen. Das hat einige der größten multinationalen Firmen wie IBM, Intel, Motorola und Philips dazu bewogen, in Israel Forschungs- und Entwicklungszentren einzurichten. Aber auch nicht wenige deutsche Konzerne haben sich in Israel angesiedelt. So haben beispielsweise Siemens und SAP eine Niederlassung. Die Deutsche Telekom hat für ihren Inhouse-Inkubator Hubraum eine Außenstelle in Tel Aviv eingerichtet. Deutschland führt aus Israel besonders chemische Erzeugnisse, Maschinen, Elektrotechnik, Mess- und Regeltechnologie sowie Elektronik ein.

Kulturell vereint Israel Elemente aus vielen Bereichen der Welt, insbesondere aber aus Europa und dem Nahen Osten. Obwohl Israel sehr klein ist, unterscheiden sich Städte und Regionen in ihrem Charakter oft stark. Der Großraum Tel Aviv ist das Wirtschaftszentrum Israels und bietet gleichzeitig ein enormes kulturelles Angebot. Viele junge Leute zieht es in die Stadt, von zahllosen Bars und Clubs, über Museen, Theater und Geschichte bis hin zum Lebensgefühl einer Großstadt am Meer ist hier alles zu finden. Auch Jerusalem beherbergt Unternehmen, der besondere Charakter der Stadt rührt aber mehr von seiner langen Geschichte und traditionellen religiösen Einflüssen der drei monotheistischen Religionen. Beer Sheva ist eine Wüstenstadt, die besonders von ihrem Universitätscampus geprägt wird. Auch in Haifa sind Unternehmen und eine wichtige Universität zu finden. Man blickt dort mit Stolz auf die friedliche Koexistenz von Arabern und Juden in der Stadt.

Die Lebenshaltungskosten in Israel sind relativ hoch und entsprechen denen von Mitteleuropa. Lebenshaltungskosten in Tel Aviv sind beispielsweise mit München vergleichbar.

Weiterführende Fakten zu Israel:

DAAD Länderinformationen

Gate Germany Länderprofil Israel

State of Bavaria – Israel Office

GTAI Länderinformationen

Ein Praktikum in Israel bietet Zugang zu einer international und am globalen Markt orientierten, hoch-innovativen Wirtschaft. Gleichzeitig lernt man ein Land mit einer sehr heterogenen Gesellschaft kennen, die trotz der schwierigen politischen Situation ihren Tatendrang, Optimismus und ihre Lebensfreude nicht verloren hat. Natürlich spielt die Hightech-Branche für die Praktikumswahl eine sehr große Rolle. Aber es gibt auch in zahlreichen anderen Bereichen Möglichkeiten, beispielsweise im der Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologien, Medizin- und Gesundheitstechnologien. Da sich jedes Unternehmen um vielfältige Aufgaben wie z.B. Marketing, Business Development, Produktdesign und Personal kümmern muss, bieten sich hier für Studierende aller Fachrichtungen Zugänge.

Bei der Suche nach einem Praktikum gilt zu beachten, dass das Konzept „Praktikum“ in Israel nicht sehr weit verbreitet ist und Praktikumsstellen daher nicht zwangsläufig ausgeschrieben werden. Allerdings herrscht in Israel eine flexible und offene Unternehmenskultur. Daher kannst Du eine Stelle finden, wenn Du initiativ auf ein Unternehmen zugehst und darstellst, in welchem Bereich Du mitarbeiten möchtest. Eine gute Anlaufstelle sind israelische Unternehmen, die auch auf dem deutschen Markt agieren, und umgekehrt.

Die kürzlich eingerichtete Plattform „Neuer Kibbuz“  wird vom Generalkonsulat des Staates Israel in München getragen und vermittelt mithilfe der Außenhandelskammer in Tel Aviv deutsche Studierende für ein Praktikum in israelische Unternehmen.

Leider existiert in Israel bislang noch keine Aufenthaltsgenehmigung mit Arbeitserlaubnis, die es ermöglichen würde ein Entgelt für ein Praktikum auszuzahlen. Die Einreise für ein Praktikum in Israel erfolgt mit einem einfachen Touristenvisum. Praktika können daher nicht finanziell vergütet werden. Viele Firmen bieten allerdings einen Zuschuss zu Mittagessen und Fahrtkosten an. Diese und andere Unterstützungsmöglichkeiten können direkt mit der Firma verhandelt werden – auch hier ist die offene, israelische Art von Vorteil. Unbedingt solltest Du dabei Deine Vorerfahrungen einbringen, die Du z.B. auch durch soziales Engagement erworben haben kannst.

Das Programm „Neuer Kibbuz“ bietet verschiedene Möglichkeiten für eine Teil-Förderung. Zudem gibt es die gängigen Optionen für Förderung von Praktika im Ausland beim DAAD und anderen Einrichtungen.

Der Neue Kibbuz

Um in Israel zu arbeiten benötigst Du ein gutes Sprachniveau in Englisch. In den meisten international tätigen Firmen, die in Israel ansässig sind und besonders im Hightech-Sektor wird English als Arbeitssprache genutzt. Hebräisch-Kenntnisse sind sicherlich von Vorteil, aber keine Notwendigkeit. Anlässlich des Jobinterviews über Skype wirst Du Deine Kenntnisse praktisch anwenden müssen. Zusätzlich kannst Du Dein Sprachniveau in Deinen Bewerbungsunterlagen auch mit einem Sprachtest nachweisen.

Für Bewerbungsunterlagen gibt es in Israel nur wenige Vorgaben. Allgemein sollten sich Bewerber am US-amerikanischen Stil orientieren – da Israel mit den USA kulturell und wirtschaftlich sehr verbunden ist. Es kommt oft vor, dass Bewerbungen lediglich mit einem tabellarischen Lebenslauf und einem formlosen Anschreiben in der E-Mail versandt werden. Es ist nicht zwangsläufig üblich, ein Foto mitzuschicken, schaden tut dies aber nicht. Israelis lassen sich weniger durch die korrekten Bewerbungsunterlagen beeindrucken, als vielmehr durch Zielstrebigkeit, kreative Ideen und Kandidaten, die wissen, was sie wollen.

Für Praktika wird in der Regel ein einfaches Touristenvisum erteilt, für Freiwilligenarbeit gibt es ein Volontärsvisum. Das Touristenvisum wird bei der Einreise am Flughafen ausgestellt und ist 3 Monate gültig. Bei Bedarf kann es in Israel im Innenministerium verlängert werden. Detaillierte Informationen zur Einreise nach Israel sind bitte der Webseite der Botschaft des Staates Israel  zu entnehmen oder direkt im Generalkonsulat oder der Botschaft zu erfragen.

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