Einen Praktikumsplatz zu finden ist nicht immer einfach und bedarf gewisser Planung. Das trifft natürlich auch auf ein Auslandspraktikum zu. Hier findest Du wichtige Informationen und wertvolle Tipps für ein erfolgreiches Praktikum. Inhaltlich sollte Dein Praktikum zu Deinem Studienfach passen. Bei einem Pflichtpraktikum musst Du unbedingt vorher sicherstellen, ob Dein Fachbereich die Leistungen anerkennen wird und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Zur Qualitätssicherung der Praktika wurde im Erasmusprogramm der EU ein Vertrag eingeführt, in dem die Praktikumsziele definiert werden. Dieser ist auch eine gute Grundlage für nichteuropäische Länder. Dein International Office kann Dir die an Deiner Hochschule verwendete Vorlage geben. Wende Dich bitte gleich zu Beginn Deiner Planung an Deine Studienberatungsstelle, das International Office und/oder Deinen Career Service.
Die Wahl des Landes kannst Du von Deinen Sprachkenntnissen abhängig machen. In Ländern mit seltener gesprochenen Sprachen kommst Du mit Englisch unter (z.B. Skandinavien). Mit Spanisch oder Portugiesisch steht Dir zusätzlich Südamerika offen. Französisch wird zudem z.B. in mehreren afrikanischen Ländern, Haiti und Madagaskar gesprochen. Englischsprachig sind auch Irland, Malta, Indien, Neuseeland, Australien und einige afrikanische Staaten. Die USA, Frankreich und England gehören zu den beliebtesten Ländern für ein Auslandspraktikum.
Wenn Du in ein Land mit einer nicht ganz so gängigen Sprache gehst und diese dort erlernst, hebt sich später Dein Lebenslauf noch mehr von der Masse der Bewerbungen ab. Insbesondere Osteuropa ist hier zu empfehlen, da es durch die enge Verknüpfung des EU-Wirtschaftsraumes viele Möglichkeiten bietet.

Praktikum oder Freiwilligendienst?

Bei der Planung Deines Auslandspraktikums solltest Du Deine finanziellen Ressourcen, Ziele, Interessen und Zukunftspläne miteinander abwägen. Wertvolle praktische Erfahrungen und interkulturelle Kenntnisse kannst Du auf verschiedenen Wegen erwerben. Ein Praktikum in einem Unternehmen, einer (internationalen) Organisation oder einem Institut bietet eine der besten Möglichkeiten, die im Studium erlernten Fähigkeiten anzuwenden. Du kannst andererseits auch als Freiwilliger in die Welt ziehen und Dich auf einem der fünf Kontinente für soziale Projekte oder den Umweltschutz einsetzen. Auch solche Erfahrungen können Dir Kenntnisse und Fähigkeiten für Deinen beruflichen Werdegang vermitteln.

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Praktikum

Praktische Erfahrung an sich erleichtert Dir den Berufseinstieg bereits. In Kombination mit einem Auslandsaufenthalt kommt hinzu, dass die meisten Unternehmen heute global tätig sind und daher aktiv, z.B. nach Ingenieuren mit Sprachkenntnissen und interkulturellen Kompetenzen suchen. Je länger der geplante Aufenthalt ist, desto mehr steigen Deine Chancen auf eine finanzielle Anerkennung durch den Arbeitgeber. Nur bei einem längeren Aufenthalt wird Dir Dein Praktikumsgeber auch wirklich Gelegenheit zur aktiven Mitarbeit geben und Dich ins Team integrieren wollen. Kurzzeitpraktika unter drei Monaten machen daher auch im Lebenslauf weniger Eindruck.

Freiwilligeneinsatz

Auch ein Freiwilligeneinsatz im Ausland vermittelt wertvolle Erfahrungen, insbesondere wenn er zu Deinem Studienfach passt. Je nach Fachrichtung (z.B. Ökologie, Pflege, Sprachen…) kann ein sog. „Freiwilligeneinsatz“ einem Praktikum gleichkommen.

Vom Einsatz im Nationalpark in den USA über die Unterstützung benachteiligter Kinder in Asien hin zur unvergüteten Arbeit für Farmer in Neuseeland oder Beiträge für archäologische Ausgrabungen stehen Dir vielfältige Möglichkeiten offen. Du kannst entsprechende Einsätze bei gemeinnützigen Organisationen und kommerziellen Anbietern buchen oder selbst organisieren. Manche Programme gewähren eine kleine finanzielle Unterstützung. Achte bei der Wahl einer Vermittlungsorganisation auf Seriosität und vergleiche unbedingt die Preise. Mehr Informationen mit hilfreichen Links findest Du in den FAQs unter Freiwilligeneinsatz und Vermittlungsorganisation.

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Zeitliche Planung?

Wann sollte ich ins Ausland gehen?

Abgesehen von Vorgaben in der Prüfungsordnung solltest Du in Deinem Studium so weit fortgeschritten sein, dass Du während des Praktikums relevante Kenntnisse anwenden kannst. Dann profitierst sowohl Du als auch Dein Praktikumsgeber am meisten. Frühester Moment ist etwa nach dem dritten Semester und spätestens für/während der Bachelor- oder Masterarbeit. Du solltest Dir auch überlegen, wann es für Dich persönlich z.B. hinsichtlich Deiner Prüfungsplanung gut passt.

Wie lange sollte ein Praktikum dauern?

Je länger Du einplanst, desto besser. Du benötigst Zeit zur Akklimatisierung und zur Integration in die andere Lebens- und Unternehmenskultur. Erfahrungsgemäß fühlen sich Studierende etwa nach einem Semester im Ausland „angekommen“. Ein ganzes Praktikumsjahr gewährt die bestmöglichen Einblicke, ist aber nicht für jeden realisierbar. Du kannst Dein Auslandspraktikum während des praktischen Pflichtsemesters absolvieren. Ein längerer Aufenthalt unterstützt Deine sprachlichen Fortschritte. Nicht zuletzt sind Arbeitgeber eher zu einer finanziellen Vergütung bereit, wenn Du Ihnen für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehst. Natürlich kannst Du auch ein kürzeres Praktikum absolvieren, behalte aber im Kopf – je länger desto besser.

Wie sollte ich zeitlich planen?

Die Suche nach einem Praktikum im Ausland ist meistens langwieriger und Du solltest daher etwa ein Jahr vor Deinem Auslandsaufenthalt anfangen zu planen. Allerspätestens sechs Monate vor dem anvisierten Start musst Du unbedingt mit den aktiven Bewerbungen begonnen haben. Vermittlungs- und Stipendienprogramme haben ebenfalls einen langen Vorlauf. Je früher Du Dich organisierst, desto besser. Die Arbeitgeber haben Interesse an Dir, weil Du studierst, sie passen sich daher auch an den „Studienjahresrhythmus“ an – insbesondere wenn sie jedes Jahr Praktikanten beschäftigen. Gut betreute Praktika werden daher auch mit langem Vorlauf besetzt. Dies alles gilt umso mehr, wenn Du außerdem noch ein Visum beantragen musst.

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Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

Zunächst solltest Du Deine Ziele definieren. Willst Du bei einer internationalen Organisation, einem globalen Unternehmen oder bei einer lokalen Einrichtung tätig werden? Willst Du ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum absolvieren?
Bevor Du alleine oder gegen Bezahlung mit einer privaten Vermittlungsagentur suchst, sollte Dich Dein erster Schritt zum Praktikumsbeauftragten Deiner Fakultät sowie zum International Office und/oder Career Service Deiner Hochschule/Universität führen – je nachdem wo die Zuständigkeit liegt. Dein Berater für ein Auslandspraktikum unterstützt Dich bei allen Fragen, damit Du in Eigenregie zum Ziel kommst. Dort gibt es:
▪ Persönliche Beratung von erfahrenen Mitarbeitern mit Auslandserfahrung
▪ Hochschuleigene Kontakte zu (Unternehmens-)partnern im Ausland
▪ Berichte Deiner Kommilitonen/innen von ihrem Aufenthalt
▪ Tipps für die Überarbeitung Deiner Bewerbungsunterlagen ggf. nach den im jeweiligen Land gängigen Kriterien
▪ Informationen zur Anerkennung des Praktikums in Deinem Fachbereich
▪ Persönliche Beratung vor Ort.

Erst wenn Du selbst gesucht hast und das Angebot in Deiner Hochschule kennst, kannst Du wissen, ob Du zusätzlich die Services einer privaten Agentur in Anspruch nehmen möchtest, wobei Du Dich hier immer vergewissern solltest, ob Du für Deine Bezahlung auch eine seriöse Beratung erhältst. Mehr zu den Qualitätskriterien findest du auf der unabhängigen öffentlichen Website Wege ins Ausland und in den FAQs. Neben der Praktikumsbörse auf unserer Website und dem International Office/Career Service an Deiner Hochschule gibt es auch internationale Studierendenvereine, über die Du ein Auslandspraktikum finden kannst:

IAESTE – International Association for the Exchange of Students for Technical Experience für Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften, Land- und Forstwirtschaft
AIESEC – Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales

Bachelorstudierende aus den Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften auf der Suche nach bis zu 3-monatigen Sommerpraktika auf Englisch sollten sich unbedingt das DAAD-Programm RISE weltweit näher ansehen. Es vermittelt Dich in spannende Forschungspraktika weltweit.

Weitere Links und mehr Informationen zu Vermittlungsagenturen findest Du in den FAQs

. Ebenso findest Du dort Tipps für Deine Bewerbung und die Kontaktaufnahme mit Unternehmen.

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Bedenken? Du kommst ans Ziel!

Ein Auslandspraktikum erhöht Deine Berufseinstiegschancen u.a. durch Vertiefung Deiner Fremdsprachenkenntnisse, Erwerb interkultureller Kompetenzen, Kenntnis einer anderen Geschäftskultur und Aufbau eines professionellen Netzwerkes – z.B. könnte Dich der bayerische Mutterkonzern später auch in Bayern einstellen.
Zudem gewinnst Du wertvolle persönliche Erfahrungen und erweiterst Deinen Horizont – dies fördert Deine Eigeninitiative und Selbständigkeit. Trotzdem haben viele Studierende Bedenken, auf die wir hier eingehen möchten:

Die Kosten sind auch eine Frage der Organisation. Bei einem Praktikumsort mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, einem Stipendium und einem kleinen Praktikumsentgelt können sich finanzielle Bedenken schnell relativieren. Die Erfahrung im Ausland kann außerdem Deinen Berufseinstieg erleichtern und Dir u.U. ein höheres Einstiegsgehalt bescheren. – Eine lohnende Investition!

Wenn Du kein Pflichtpraktikum absolvierst, kann sich Dein Studienabschluss um ein oder zwei Urlaubssemester nach hinten verschieben. Demgegenüber gewinnst Du jedoch wertvolle Berufserfahrung, beweist Dein Organisationstalent und Deine Unabhängigkeit. Du wirst die vielen persönlichen Erlebnisse nicht missen wollen. Du kannst während der Urlaubssemester ggf. weiter BAFoeG beziehen UND Dein Förderzeitraum verlängert sich. Nach Berufseinstieg und Familiengründung ist ein Auslandsaufenthalt schwieriger umzusetzen. Die bayerischen Unternehmen haben großen Bedarf an Absolventen/innen mit internationalen und interkulturellen Erfahrungen. Dein Auslandsjahr/semester kann die Bewerbungszeit verkürzen und Deinen Karrierestart beschleunigen.

Das Projekt Study & Work International sowie der Career Service/ das International Office Deiner Hochschule oder Universität unterstützen Dich gerne bei der Umsetzung Deines Auslandspraktikums. – Es haben schon viele Studierende geschafft. Warum nicht auch Du? Dein zukünftiger Arbeitgeber sucht MitarbeiterInnen, die sich den Herausforderungen stellen und selbst etwas auf die Beine stellen können!

Einmal im Land bist Du umgeben von der Sprache. Der Sprung ins kalte Wasser in Kombination mit einem Sprachkurs wird Wunder wirken. In vielen globalen Unternehmen ist die Arbeitssprache Englisch. Auch für Deine Kollegen läuft die Kommunikation dann in einer Fremdsprache. Natürlich empfiehlt sich, zur Integration und für das alltägliche Leben, schon an Deiner Heimathochschule Sprachkurse zu belegen. Wenn Du mit Erasmus+ Förderung ins Ausland gehst, kannst Du von Deiner Hochschule auch einen Zugang zum Erasmus+ Online Language Support erhalten, den es für alle in der EU gesprochenen Sprachen gibt. Anders als auf Reisen erlebst Du die Kultur und die Sprache eines Landes bei einem Auslandspraktikum wirklich hautnah, da Du im Alltagsleben integriert bist. Die bayerische Wirtschaft ist global tätig und hat daher einen hohen Bedarf an Absolventen und Absolventinnen, die Kenntnisse in mindestens zwei Fremdsprachen und interkulturelle Erfahrung nachweisen können.