Amtssprache:

Polnisch

Hauptstadt:

Warschau

Staatsform:

Parlamentarische Republik

Einwohnerzahl:

38.427.000

Fläche:

312.685 km²

Währung:

Złoty (PLN)

Gründung:

11. November 1918 (Wiedererlangung der Unabhängigkeit)

Zeitzone:

UTC+1 und UTC+2 (März bis Oktober)

Telefonvorwahl:

+48

Polen (amtlich Rzeczpospolita Polska) ist eine parlamentarische Republik in Mitteleuropa. Warschau (polnisch Warszawa) ist die Hauptstadt und zugleich die größte Stadt des Landes. Polen ist ein in 16 Woiwodschaften gegliederter Einheitsstaat. Mit einer Größe von 312.685 Quadratkilometern ist Polen das sechstgrößte Land der Europäischen Union und mit 38,5 Millionen Einwohnern ebenfalls das sechstbevölkerungsreichste.

Die polnische Kultur ist sehr vielfältig und wurde stark durch die Geschichte geprägt, in der Polen häufig Fremdherrschaft erlebte und sich dagegen zur Wehr setzte. Die katholische Religion ist ein wichtiges Identitätsmerkmal in Polen, etwa 95% der Bevölkerung sind katholisch. Nach dem Ende des Kommunismus hat sich Polen in einer „Schock-Therapie“ zu einer Marktwirtschaft mit hohem Wirtschaftswachstum transformiert, die jedoch die sozialen Unterschiede im Land verschärft hat. Die Mehrheit der Polinnen und Polen ist nach wie vor sehr pro-europäisch eingestellt, jedoch gibt es unter den Verlierern der Transformation auch viele Europa-Skeptiker.

Nach der politischen Wende vollzog Polen große politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, dazu gehören die Einführung eines demokratischen Systems und der Wechsel von einer zentral gelenkten Planwirtschaft hin zur freien Marktwirtschaft.
Seit 2004 ist Polen Mitglied der Europäischen Union und eine treibende Wirtschaftskraft in Mitteleuropa.

Neben Interesse an Deiner jeweiligen Praktikumsstelle solltest du Interesse an Polen selbst mitbringen.

Die Lebenshaltungskosten in Polen sind niedrig. Jedoch sind die Preise in den größeren Städten höher als in den ländlichen Regionen. Die monatlichen Lebenshaltungskosten für eine Person betragen ungefähr 475 €, ohne Miete. Im Vergleich zu den anderen Städten sind die Mieten in Warschau, vor allem im Zentrum, deutlich teurer.

Wenn man zum ersten Mal nach Polen kommt oder Zeit mit Muttersprachlern verbringt, ist es hilfreich einige Vokabeln zu beherrschen, um sich mit einigen Sätzen vorzustellen. Dies wird von den Menschen in Polen sehr geschätzt.

Polen ist ein sehr gastfreundliches Land. Viele Deutsche, die nach Polen kommen, sind angenehm überrascht, wie schnell sie Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen können. Gerade die Polinnen und Polen mit höherem Bildungsstandard sind sehr international orientiert, lernen gerne und gut Fremdsprachen und reisen oft ins Ausland. Bedingt durch die Geschichte, in der viele Menschen emigrieren mussten, haben viele Verwandte im Ausland, auch in Deutschland.

In ganz Polen und verstärkt im westlichen Teil und in der Hauptstadt Warschau gibt es unzählige internationale Firmen, gerade auch viele deutsche, die sich für ein Praktikum oder auch eine längere berufliche Tätigkeit anbieten. Fremdsprachenkenntnisse werden von Arbeitgebern in Polen als wichtiger Pluspunkt gesehen.

Die polnische Kultur ist eher personen- als sachorientiert, d.h. es ist wichtig, sich mit den Kolleginnen und Kollegen auch privat gut zu verstehen. Viele, die zusammen arbeiten, unternehmen auch in der Freizeit etwas gemeinsam. Höflichkeit und Hilfsbereitschaft sind traditionell weit verbreitete Werte in Polen, auch am Arbeitsplatz. Durch die Internationalisierung der Wirtschaft sind allerdings auch das Konkurrenz- und Karrieredenken häufiger geworden.

Während man sich früher zum Feiern mit Freunden und Familie eher zuhause traf, sind in den letzten Jahren besonders in Großstädten wie Warschau viele neue Restaurants, Cafés und Bars entstanden, in denen das Leben pulsiert. Die polnische Küche ist sehr schmackhaft, eher gehaltvoll und deftig als leicht. Es gibt Ähnlichkeiten mit der deutschen Küche, aber auch russische, ukrainische, ungarische, jüdische und französische Einflüsse. Die einheimischen Spezialitäten sollte man auf jeden Fall probieren, zum Beispiel die Rote-Beete-Suppe Barszcz (gesprochen: Barschtsch), Pierogi (Piroggen / Teigtaschen mit vielen verschiedenen Füllungen) oder Bigos, ein Sauerkrauteintopf mit Pilzen.

Wissenswertes zu Arbeit und Leben in Polen bieten auch die folgenden Seiten:

Neben der BAYHOST Praktikumsbörse auf der neben aktuellen Ausschreibungen auch Tipps zur Bewerbung und Erfahrungsberichte aus Polen erhältlich sind, gibt es mit der Perspektive Osteuropa Bewerberdatenbank eine Bewerberdatenbank, die für Unternehmen und Non-Profit-Organisationen mit intensiven Kontakten nach Mittel-, Ost- und Südosteuropa gedacht ist, um geeignete Kandidaten für Praktika und einen Berufseinstieg nach dem Studium zu finden. Studierende bayerischer Hochschulen mit besonderem Interesse bzw. besonderen Kenntnissen zum östlichen Europa können in der Datenbank ihr eigenes Qualifikationsprofil erstellen. Die Seite Junge Osteuropa Experten informiert regelmäßig über Praktikumsangebote im östlichen Europa.

Es gibt etliche Stipendienprogramme, bei denen Du Dich um eine finanzielle Förderung Deines Auslandspraktikums bewerben kannst:

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du auch während eines Praktikums außerhalb Deutschlands Auslands-BAFöG beantragen. In jedem Fall solltest Du Dich, bevor Du ins Ausland gehst, bei Deinem örtliche Auslandsamt / International Office und dem Career Service informieren.

Die Amtssprache in Polen ist Polnisch. Je nach Sprachgebrauch und Region lassen sich zahlreiche Dialekte finden. Die deutsche Sprache ist in Polen stark verbreitet. Fast die Hälfte der polnischen Schüler lernt Deutsch in der Schule. Neben Englisch ist es die am weitesten verbreitete Fremdsprache. Man kann sich also auch mit manchen Polen auf Deutsch unterhalten. Für die Jobs, für die die deutsche Sprache benötigt wird, werden in der Regel deutsche Muttersprachler bevorzugt. Sowohl für die Praktikumssuche als auch für die Verständigung vor Ort ist es aber natürlich immer von Vorteil, zumindest Grundkenntnisse des Polnischen vorweisen zu können. Polen bietet deutschen Studierenden Stipendien für Sommersprachkurse an seinen Hochschulen an, um die man sich bei der Polnischen Agentur für Akademischen Austausch bewerben kann.

Alle Reisedokumente müssen noch gültig sein.

Die Personenkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze sind mit dem Beitritt Polens zum Schengen-Raum entfallen, gelegentliche Kontrollen sind möglich. Ein Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) sollte beim Grenzübertritt immer mitgeführt werden.

Deutsche, die auch polnische Staatsangehörige sind, müssen sich gemäß polnischem Recht an der polnischen Grenze und in Polen mit dem polnischen Reisedokument ausweisen.

Ausländer müssen sich vor Ablauf von drei Monaten ab der Einreise bei der örtlichen Meldebehörde (Urząd Meldunkowy) anmelden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhältst Du nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate.

  • Ggf. solltest Du eine Auslandskrankenversicherung sowie eine Unfall- und eine Haftpflichtversicherung abschließen (wird von einigen Praktikumsstellen ohnehin vorausgesetzt).
  • Besorge Dir ein Online-Bankkonto mit Kreditkarte, die kostenlose Abhebungen im Ausland ermöglicht. Eine Übersicht anbietender Geldhäuser findest Du hier.
  • Für die Einreise nach Polen sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Achte bitte darauf, dass sich bei Dir die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden. Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, abhängig von Reisebedingungen und -route auch gegen Hepatitis B, FSME und ggf. auch gegen Tollwut empfohlen.

Beachte bitte zur Vorbereitung Deiner Reise stets die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Vor der Anfertigung einer Initiativbewerbung solltest Du Kontakt zur entsprechenden Einrichtung aufnehmen und Dich nach den Bewerbungsmodalitäten erkundigen. Sollte eine Praktikumsstelle bereits ausgeschrieben sein, finden sich in der Ausschreibung die Modalitäten. Die Bewerbung sollte in der Sprache der Ausschreibung verfasst werden.

In Polen ist es weit weniger üblich als in Deutschland Praktika im Internet auszuschreiben. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht möglich ist ein Praktikum zu absolvieren. Du solltest Dich daher initiativ um ein Praktikum bei einem Unternehmen oder einer Non-Profit-Organisation bewerben, die Dich interessiert. Verlass Dich dabei nicht nur auf eine schriftliche Bewerbung, sondern suche die direkte Kommunikation mit dem Unternehmen, z.B. telefonisch oder noch besser in einem persönlichen Gespräch. Hilfe von Freunden und Bekannten kann auch zum Erfolg führen, denn eine Empfehlung von einer vertrauenswürdigen Person zählt in Polen oft mehr als schriftliche Unterlagen.

Der Lebenslauf in Polen sollte idealerweise nicht länger als eine, max. zwei Seiten sein.

Wie in Deutschland wird der Lebenslauf meist tabellarisch in rückwärts chronologischer Reihenfolge (das Aktuellste zuerst) verfasst. Folgende Inhalte sollten dabei enthalten sein:

  • Bewerbungsfoto: In Polen ist es üblich ein Foto auf dem Lebenslauf anzubringen. Zwar besteht dazu keine Verpflichtung, aber es wird gerne gesehen. Das Foto sollte seriös wirken, nicht zu informell.
  • Persönliche Angaben: Name, Anschrift (inklusive E-Mail und Telefonnummer), Geburtsdatum, Geburtsort. Der Familienstand braucht nicht genannt zu werden.
  • Berufsziel: Der polnische Lebenslauf beginnt häufig mit der Angabe des Berufswunsches, die in Deutschland meist fehlt. Wenn Du noch keinen klaren Berufswunsch hast, solltest Du diese Rubrik jedoch weglassen.
  • Ausbildung/Bildung: Hier genügt in der Regel das Studium und das Abitur, Angaben zur Grundschule sind nicht erforderlich. An erster Stelle steht üblicherweise der Name der Universität, erst dann wird das Studienfach genannt. Studiengänge in Polen sind oft universell angelegt, so dass keine spezielle Schwerpunktbildung erfolgt. Du kannst Deinen Schwerpunkt jedoch angeben, wenn er zu der Position passt, auf die Du Dich bewirbst. Das gilt auch für das Thema Deiner Abschlussarbeit. Man nennt außerdem das Datum des geplanten Studienabschlusses.
  • Berufserfahrung/Praxiserfahrung: Dazu zählen auch Praktika, studentische Jobs, ehrenamtliches Engagement etc. Die Aufgaben, die man im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ausgeführt hat, dürfen ruhig detailliert in Stichpunkten beschrieben werden. Baue ein, welche Kenntnisse Du anwenden konntest und was Deine Verdienste/Ergebnisse bei der jeweiligen Tätigkeit waren.
  • Qualifikationen/Kenntnisse und Fähigkeiten: Sprachkenntnisse, Computerkenntnisse mit Angabe des Sprachniveaus bzw. des Kenntnisstands. Bei den Sprachkenntnissen empfiehlt sich der europäische Referenzrahmen (A1 bis C2). Nenne ggf. auch weitere Kurse und Trainings, die Du besucht hast und die für den Arbeitgeber interessant sein könnten (z.B. Rhetorik, Gruppenleitung, Projektmanagement). In Polen sind im Lebenslauf auch die soft skills zu nennen, wie z.B. Teamfähigkeit und Stressresistenz.
  • Interessen: In dieser Rubrik kannst Du sowohl Hobbies mit beruflichem Bezug als auch rein private Interessen nennen. Ungewöhnliche Freizeitaktivitäten können Deine Bewerbung interessant machen und sie von anderen unterscheiden.

Eine Besonderheit am Ende des polnischen Lebenslaufs ist eine obligatorische Klausel zum Datenschutz:

„Ich erkläre mein Einverständnis zur Verarbeitung meiner persönlichen Daten durch …….. (Name des Unternehmens) zum Zwecke der Personalbeschaffung für die Stelle, auf die ich mich beworben habe.“

Auf Polnisch:

„Wyrażam zgodę na przetwarzanie moich danych osobowych przez …….. (Name des Unternehmens) w celu prowadzenia rekrutacji na aplikowane przeze mnie stanowisko.”

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