Amtssprache

Ukrainisch

Hauptstadt

Kiew

Staatsform

Parlamentarisch-präsidiale Republik

Einwohnerzahl

41.902.416, ohne AR Krim und die Stadt Sewastopol (1. Januar 2020)

Fläche

603.700 (darunter 26.080 km² AR Krim und 864 km² Stadt Sewastopol) km²

Währung

Hrywnja (UAH)

Gründung

7. November 1917: Ukrainische Volksrepublik
29. April 1918: Ukrainischer Staat
1. November 1918: Westukrainische Volksrepublik
10. März 1919: Ukrainische SSR
24. August 1991: Unabhängigkeit von der Sowjetunion

Zeitzone

UTC+2 und UTC+3 (März bis Oktober)

Telefonvorwahl

+380

Die Ukraine ist nach Russland das Land mit dem zweitgrößten Staatsgebiet in Europa. Sie grenzt an Russland im Nordosten und Osten, Belarus im Norden, Polen, die Slowakei und Ungarn im Westen, Rumänien und die Republik Moldau im Südwesten sowie an das Schwarze Meer und das Asowsche Meer im Süden. Kiew ist die Hauptstadt und größte Metropole der Ukraine, weitere Ballungszentren sind Charkiw, Dnipro, Donezk und Odessa.

Die ukrainische Hochschul- und Forschungslandschaft entwickelte sich seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 sehr dynamisch. Die Ukraine trat 2005 dem Bologna-Prozess bei, was sich positiv auf die Internationalisierung auswirkte. So wuchs die Zahl derjenigen, die an ausländischen Universitäten studieren, zwischen 2009-2015 um 129% (in Deutschland studieren seit Jahren konstant um die 9.000 Ukrainerinnen und Ukrainer).

Infolge des Euromaidan 2013/2014 zeigen sich positive Tendenzen: So wurde nach jahrelangen Auseinandersetzungen 2014 ein neues, für den postsowjetischen Raum vergleichsweise progressives Hochschulgesetz verabschiedet. Zu den drei Säulen der Reform gehören die Bereiche Hochschulautonomie, Qualität und Internationalisierung (Ausbau der Netzwerke und Kontakte in Lehre und Forschung). Daneben ist auch geplant, die Forschungskomponente an den Universitäten zu stärken.

Eine ausführliche Übersicht der Hochschullandschaft in der Ukraine bietet der BAYHOST-Kompetenzatlas. Er ermöglicht Dir, Dich schnell und umfassend über Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen in der Ukraine zu informieren. Du kannst Dich an den Universitäten und in Forschungsinstituten auch als Praktikant/in bewerben.

In der Ukraine zu leben und erfolgreich zu arbeiten, erfordert die Bereitschaft, sich auch mit der ukrainischen Kultur und Lebensweise auseinanderzusetzen.

Arbeits- und Praktikumsmöglichkeiten für Ausländer gibt es vor allem bei inter- und binationalen Organisationen in der Hauptstadt Kiew und anderen großen Städten. Chancen bietet die boomende IT-Branche. Die Ukraine wird von ausländischen Unternehmen gerne als Investitionsstandort gewählt wird, weil sie durch die Zahl qualifizierter Absolventen im IT-Bereich, Universitäten mit IT-Schwerpunkt und Publikationen im Bereich Data Science hervorsticht. Auch die einheimische ukrainische IT-Branche ist international erfolgreich, die Erfinder von WhatsApp und PayPal kommen aus Kiew. Besonders ausgeprägt ist die IT-Branche in der Westukraine. Diese hat außerdem bedeutende ausländische Investitionen in anderen Branchen, z.B. von Automobilzulieferern, an sich gezogen.

Ukrainische Unternehmen sind meist stärker hierarchisch strukturiert als in Deutschland, gleichzeitig ist das Gemeinschaftsgefühl unter Kollegen stärker. Privatleben und Beruf werden nicht so deutlich getrennt. Ukrainerinnen und Ukrainer planen weniger detailliert und nicht so lange im Voraus, dafür sind sie spontaner und können gut improvisieren.

Für Städtereisende ist zuallererst Kiew interessant, das kulturelle Zentrum des Landes. Mehr über die Geschichte und Kultur dieser Stadt kann man in den zahlreichen Museen, Kirchen und Alleen erfahren. Ein besonderer Blickfang ist die 62 Meter hohe Mutter-Heimat-Statue. Sehr bemerkenswert ist auch das Kiewer Höhlenkloster (Kiewo Petscherskaja Lawra), ein Klosterkomplex im südlichen Kiew.

Im westlichen Teil der Ukraine ist besonders sehenswert die schöne Stadt Lwiw, die noch immer in alten Reiseführern den deutschen Namen Lemberg trägt, da die Westukraine bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 Ostgalizien hieß und zu Österreich gehörte. Lwiw ist berühmt für seine historische Altstadt mit den spätmittelalterlichen Bürgerhäusern und Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen, die die religiöse und kulturelle Vielfalt der Stadt widerspiegeln.

Bei Touristen beliebt sind die ukrainischen Karpaten, wo drei Volksgruppen, die Lemken, die Bojken und die Huzulen, leben. In den zahlreichen Städten und Dörfern in der Nähe werden mehrtägige Gebirgstouren angeboten.

Ein wichtiges wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum im Südosten der Ukraine ist Odessa, berühmter Badeort und Hafenstadt am Schwarzen Meer, die seit ihrer Gründung durch Katharina die Große im Jahr 1794 bis heute von verschiedenen Nationalitäten und Kulturen geprägt ist.

Gerne besucht vor der Annexion durch Russland im Jahre 2014 war auch die Halbinsel Krim, die derzeit leider nicht mehr ein geeignetes Reiseziel für EU-Bürger ist.

Wissenswertes zu Arbeit und Leben in der Ukraine bieten auch die folgenden Seiten:

Neben der BAYHOST Praktikumsbörse, auf der neben aktuellen Ausschreibungen auch Tipps zur Bewerbung und Erfahrungsberichte aus der Ukraine erhältlich sind, gibt es mit der Perspektive Osteuropa Bewerberdatenbank eine Bewerberdatenbank, die für Unternehmen und Non-Profit-Organisationen mit intensiven Kontakten nach Mittel-, Ost- und Südosteuropa gedacht ist, um geeignete Kandidaten für Praktika und einen Berufseinstieg nach dem Studium zu finden. Studierende bayerischer Hochschulen mit besonderem Interesse bzw. besonderen Kenntnissen zum östlichen Europa können in der Datenbank ihr eigenes Qualifikationsprofil erstellen. Die Seite Junge Osteuropa Experten informiert regelmäßig über Praktikumsangebote im östlichen Europa. Sowohl der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft als auch die Deutsch-Ukrainische Industrie- und Handelskammer repräsentieren deutsche Unternehmen in der Ukraine und geben Impulse zum Erhalt und Ausbau der bisher guten bilateralen Beziehungen. Sie geben auch Auskunft über Unternehmen, die in der Ukraine tätig sind und bieten selbst regelmäßig Praktika in Deutschland und der Ukraine an.

Es gibt Stipendienprogramme, bei denen Du Dich um eine finanzielle Förderung Deines Auslandspraktikums bewerben kannst:

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du auch während eines Praktikums außerhalb Deutschlands Auslands-BAFöG beantragen. In jedem Fall solltest Du Dich, bevor Du ins Ausland gehst, bei Deinem Akademischen Auslandsamt / International Office und dem Career Service informieren.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung beherrscht sowohl die ukrainische Sprache als auch die russische Sprache. Das Russische verlor mit der Unabhängigkeit 1991 jedoch den Status als offizielle Amtssprache. Beide Sprachen sind ostslawische Sprachen und somit verwandt. Eine weit verbreitete mündliche Mischform der ukrainischen Sprache mit dem Russischen ist der Surschyk.

Englischkenntnisse sind hingegen auch für die Bewohner größerer Städte noch immer keine Selbstverständlichkeit. Um sich in der Ukraine zurechtzufinden, sollten wenigstens die kyrillischen Schriftzeichen gelesen werden können, um Straßennamen und Beschriftungen an Geschäften zu verstehen. Passanten sind oft hilfsbereit und bemüht, wenn Du sie auf Ukrainisch oder Russisch nach dem Weg fragst und erklärst, dass Du Ausländer bist. Höfliche Umgangsformen wie „Guten Tag“ – «Доброго дня» [Dobroho dnja] – „Bitte“ – «Будь ласка» [Bud´ laska] – und „Danke“ – «Дякую» [Djakuju] – solltest Du gelernt haben. Der DAAD bietet im Rahmen des Go-East Programms Sommerschulen in der Ukraine an, die einem Semester oder Praktikum vorgeschaltet werden können, um bis zum Praktikumsbeginn die nötigen Kenntnisse zu erlangen.

Deutsche Staatsangehörige können sich bis maximal 90 Tage pro 180 Tage (ab Ersteinreise) ohne Visum im Land aufhalten. Die innerhalb des gleitenden halben Jahres ab Ersteinreise (Stempel der Grenzbehörde) in der Ukraine verbrachten Tage werden zusammengerechnet; die Zahl der Einreisen innerhalb des halben Jahres ist unbeschränkt. Wer länger als 90 Tage am Stück in der Ukraine bleiben möchte, benötigt unabhängig vom Reisezweck ein Visum, das bereits vor Beginn der Reise bei der für den Wohnsitz in Deutschland zuständigen ukrainischen Auslandsvertretung eingeholt werden muss. Die Einhaltung der 90-Tage-Regelung wird kontrolliert, die Verletzung der Regelung kann neben einer Bußgeldzahlung auch eine Einreisesperre nach sich ziehen. Einen Aufenthaltsrechner bietet der Staatliche Migrationsdienst. Über die aktuellen Visabestimmungen informiert die Konsularabteilung der ukrainischen Botschaft in Berlin.

Die Ein- und Ausreise von Ausländern und Staatenlosen auf die Krim und in die nicht unter ukrainischer Kontrolle befindlichen Gebiete der Ostukraine ist nur über einen regulären ukrainischen Grenzübergang zulässig. Eine anderweitige Einreise auf die Krim oder in diese Gebiete (z.B. über Russland) ohne vorheriges Passieren eines ukrainischen Grenzübergangs ist strafbar.
Reisende, die auf anderen Wegen als über ukrainische Grenzübergänge auf die Krim und in die nicht unter ukrainischer Kontrolle befindlichen Gebiete der Ostukraine gereist sind, müssen daher bei ihrem nächsten Aufenthalt in der Ukraine mit Strafverfolgung wegen illegalen Aufenthalts in der Ukraine rechnen.

  • Lass Dich von Deinem Hausarzt über Hepatitis aufklären und rechtzeitig impfen
  • Besorge Dir ein Online-Bankkonto mit Kreditkarte, die kostenlose Abhebungen im Ausland ermöglicht. Eine Übersicht anbietender Geldhäuser findest Du hier.
  • Private Krankenversicherung abschließen

Beachte bitte zur Vorbereitung Deiner Reise stets die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Vor der Anfertigung einer Initiativbewerbung solltest Du Kontakt zur entsprechenden Einrichtung aufnehmen und Dich nach den Bewerbungsmodalitäten erkundigen.

Bei einer ausgeschriebenen Stelle sollte die Bewerbung in der Sprache der Ausschreibung verfasst werden.

Im Lebenslauf sollten die bisherigen Tätigkeiten und Erfahrungen kompakt zusammengefasst werden, in der Regel auf nur einer Seite.

Wenn Du fortgeschrittene Kenntnisse des Ukrainischen besitzt, kannst Du den Lebenslauf in der Landessprache verfassen. Du solltest ihn jedoch mit einem Muttersprachler korrigieren, um Fehler zu vermeiden. Andernfalls verwendest Du eine englische Version bzw. eine deutsche, wenn Du weißt, dass der Adressat Deutsch versteht (z.B. in einer deutschen Organisation oder der Tochtergesellschaft eines deutschen Unternehmens). Eine Mischung der Sprachen ist nicht empfehlenswert.

Wie in Deutschland wird der Lebenslauf tabellarisch in rückwärts chronologischer Reihenfolge (das Aktuellste zuerst) verfasst.

  • Bewerbungsfoto: Bewerbungsfotos sind ebenso wie Angaben zu Familienstand oder Geburtsdatum in der Ukraine keine Pflicht. Ein Foto ist jedoch auch kein Nachteil.
  • Persönliche Angaben: Name, Anschrift (inklusive E-Mail und Telefonnummer)
  • Berufsziel: Der ukrainische Lebenslauf beginnt mit der Angabe des Berufswunsches, die in Deutschland häufig fehlt.
  • Ausbildung/Bildung: Hier genügt in der Regel das Studium, Angaben zur Schulbildung sind nicht erforderlich. An erster Stelle steht üblicherweise der Name der Universität, erst dann wird das Studienfach genannt. Studiengänge in der Ukraine sind meist universell angelegt, so dass keine spezielle Schwerpunktbildung erfolgt. Du kannst Deinen Schwerpunkt jedoch angeben, wenn er zu der Position passt, auf die Du Dich bewirbst. Man nennt auch das Datum des geplanten Studienabschlusses.
  • Berufserfahrung/Praxiserfahrung: Auf diesem Punkt liegt im Lebenslauf besonderes Gewicht, er schließt auch Praktika, studentische Jobs und ehrenamtliches Engagement mit ein, insbesondere wenn sie für die angestrebte Stelle Relevanz besitzen. Reine Hobbies ohne Bezug zu beruflicher Qualifikation werden hingegen nicht erwähnt. An erster Stelle nennst Du den Namen des Arbeitgebers, danach die Abteilung und schließlich die Position, die Du innehattest, und Deine Aufgaben. Die Aufgaben, die man ausgeführt hat, dürfen ruhig detailliert in Stichpunkten beschrieben werden, sofern es der Platz zulässt. Daneben gibt es ein alternatives Modell, in dem der Lebenslauf nach Kompetenzen unterteilt wird, die für den gewünschten Arbeitgeber wichtig sind, z.B. Marketingerfahrung, Kommunikationsfähigkeit etc.
  • Qualifikationen/Kenntnisse und Fähigkeiten: Sprachkenntnisse, Computerkenntnisse mit Angabe des Sprachniveaus bzw. des Kenntnisstands (Grundkenntnisse, gut, sehr gut, fließend (in Wort und Schrift), verhandlungssicher, Muttersprache)
  • Referenzen: In der Ukraine ist es üblich Referenzen (Empfehlungsschreiben) auf Anfrage anzubieten. Du solltest diese dann aber auch vorlegen können.
zurück zur Länderliste