Amtssprache

Hindi und Englisch

Hauptstadt

Neu-Dehli

Staatsform

Parlamentarische Bundesrepublik

Einwohnerzahl

1.210.569.573 (Volkszählung 2011)

Fläche

3.287.469 km²

Währung

Indische Rupie (INR)

Unabhängigkeit

15. August 1947

Zeitzone

UTC+5:30

Telefonvorwahl

+91

Du kannst Dir sicher sein, dass um die Ecke (oder manchmal um zwei, drei Ecken) das genaue Gegenteil von dem lauert, was Dir über Indien erzählt wurde. Indien bietet das große „Sowohl-als-auch“. Viele Eindrücke werden direkt in Superlative geboten statt in Probierhäppchen. Als eines der diversesten Länder dieser Erde, bietet Indien Dir umfangreiche Erfahrungen und Eindrücke. Es werden dort über 100 Sprachen gesprochen, jegliche Weltreligion ist vertreten, und die klimatischen Unterschiede sind verblüffend. Mit diesen vielseitigen Voraussetzungen kann ein Praktikumsaufenthalt in Indien nur eine Bereicherung werden.
In Indien leben etwa 1,129 Milliarden Menschen. Nach der Volksrepublik China ist es das bevölkerungsreichste Land der Welt. Fast die Hälfte der Inder ist unter 25 Jahre alt und weit mehr als die Hälfte der indischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Im Landesdurchschnitt teilen sich etwa 348 Einwohner einen km², wobei die regionalen Unterschiede sehr groß sind. Die vorherrschende Religion in Indien ist der Hinduismus (knapp 80%). Daneben gibt es Muslime, Christen, Sikhs, Buddhisten und Jains. Je nach Region oder auch Stadt(teil) dominiert meistens eine Religion.

Unter http://www.bayind.de/de/praktikumsboerse.html findest Du die BayIND-Praktikumsbörse.
Dort veröffentlicht das BayIND regelmäßig Praktikumsangebote, dieses Angebot ist kostenfrei und richtet sich an alle Studierenden an den staatlichen Hochschulen/ Universitäten Bayerns.

Wenn Du Dich in Indien freiwillig engagieren oder als Sprachassistent arbeiten willst, findest Du in den FAQ dieser Website allgemeine Informationen zu Programmen, die Dich auch nach Indien vermitteln. Deutsch ist in Indien eine sehr beliebte Sprache, so dass immer mehr private Schulen Deutschkurse anbieten, die stets auf der Suche nach (professionellen) Deutschdozenten sind.
Großer Beliebtheit erfreut sich vor allem das Goethe Institut, in Indien Max Mueller Bhavan genannt: http://www.goethe.de/ins/in/en/lp.html

Für eine individuelle Beratung zu den Sprachassistenzmöglichkeiten und für Einblicke in die Arbeit verschiedener NGOs, stehen Dir die Kolleginnen und Kollegen vom Bayerisch Indischen Hochschulzentrum BayIND gerne zur Verfügung: info@bayind.de

Zur Unterstützung des Austauschs zwischen Bayern und Indien im Hochschulbereich, bietet das bayerische Hochschulzentrum BayIND unterschiedliche Fördermöglichkeiten. Speziell für Studien-, Praktikums- und Forschungsaufenthalte in Indien kannst Du Dich um das BayIND Stipendium oder die Ministerpräsidentenstipendien bewerben. Was die beiden voneinander unterscheidet, welche Voraussetzungen sie haben, und wie Du Dich darum bewirbst, findest Du hier.

Weitere Fördermöglichkeiten und die Stipendiendatenbank findest Du auch in den FAQ. Bitte informiere Dich auch beim International Office Deiner Hochschule nach weiteren Optionen.

Neben der Finanzierung Deines Aufenthaltes über ein Stipendium kannst Du auch versuchen, ein Gehalt auszuhandeln. Allerdings sind Praktika in Indien ein relativ neues Modell und leider verfügen nicht alle Unternehmen über die finanziellen Ressourcen, um bezahlte Praktika anzubieten. Insbesondere im wirtschaftlichen oder technischen Bereich zahlen größere Arbeitgeber durchaus Praktikumsgehälter. Für kleinere Organisationen ist das jedoch schwieriger. Manchmal stellen die Unternehmen statt eines Gehalts auch eine Unterkunft und/oder Verpflegung während der Arbeitszeit bereit. Bei Gehaltsverhandlungen solltest Du beachten, dass in Indien im Vergleich zum deutschen Mindestlohn wesentlich geringere Gehälter üblich sind. Da die Lebenshaltungskosten in Indien ebenfalls niedriger sind, kannst Du im Alltag auch mit einem kleineren Lohn gut zurechtkommen.

In Indien werden 22 Amtssprachen und über 500 regionale Dialekte gesprochen, wobei Hindi und Englisch landesweit verbreitet sind. Englisch ist für Dich die einfachste Wahl. Hindi wird vorwiegend im Norden gesprochen. Die südindischen Sprachen gehören anderen Sprachfamilien an. Du brauchst nicht zwingend, die Regionalsprache zu erlernen, obwohl Dir Deine Mitmenschen natürlich anerkennen, wenn Du Dich um einige Brocken ihrer Sprache bemühst.

In den Städten, unter Studierenden, jungen Leuten und Berufstätigen wird Englisch auf einem hohen Niveau gesprochen, während die ländliche Bevölkerung und einfache Arbeiter selten Englisch sprechen. Grundsätzlich kommt man aber mit Englisch gut zurecht.

Wenn nichts anderes angegeben wird, erwarten die Unternehmen in der Regel ein kurzes Anschreiben und nur den Lebenslauf – beides auf Englisch. Natürlich solltest Du die Nachweise auf Anfrage nachreichen können, meistens werden diese zunächst nicht verlangt. Nach Möglichkeit solltest Du mit dem indischen Unternehmen telefonieren, da der persönliche Kontakt immer gern gesehen wird. Viele Unternehmen nehmen sich leider Zeit, bis sie auf eine Bewerbung reagieren. Lass Dich davon nicht entmutigen!
Das BayIND empfiehlt, die BayIND-Ansprechperson bei der Bewerbung in cc zu lassen, damit der Bewerbungsprozess optimal betreut werden kann. So praktisch es auch ist, die Bewerbungen per E-Mail zu versenden, so schnell landen Sie hin und wieder im Spam Ordner – in solchen Fällen hakt das BayIND gerne vor Ort nach, ob die Unterlagen auch tatsächlich angekommen sind.

Das Leben in Indien unterscheidet sich vom Leben in Deutschland im Allgemeinen und das Uni- oder Arbeitsleben nochmal im Besonderen.
Zu Beginn eines Praktikums solltest Du im Hinterkopf behalten, dass sich das Arbeitsklima sehr von dem in Deutschland unterscheidet. Häufig existieren im indischen Arbeitsalltag sehr klare Hierarchien und Aufgabenverteilungen, so dass Du Deinen Chef wohl niemals an der Kaffeemaschine sehen wirst. Die Hierarchien prägen den indischen Lebens- und Arbeitsalltag zutiefst, und Höhergestellten wird großer Respekt gezollt. In der Regel steht viel Personal für eher einfache Tätigkeiten zur Verfügung, wie Sekretariats- und Reinigungspersonal sowie eine Person, die nur für die Zubereitung des Tees und des Kaffees verantwortlich ist. Daher wirst Du als Praktikant in der Regel keine einfachen, organisatorischen Aufgaben übernehmen müssen. Vielmehr ist gut qualifiziertes Personal schwer zu finden, so dass Du unter Umständen sogar ausgesprochen verantwortungsvolle Aufgaben zugeteilt bekommen kannst.
Meistens dauert ein Arbeitstag in Indien acht bzw. achteinhalb Stunden und wird auch erst zwischen neun und zehn Uhr morgens beginnen, da eine längere Anreise in Indien keine Seltenheit ist. Beim Mittagessen lernt sich das Team näher kennen und gerade bei Business-Treffen ist es in Indien üblich, den Geschäftspartner erst einmal kennenzulernen, bevor das Geschäft tatsächlich beginnt.
Bitte informiere Dich schon im Vorfeld bei Deinem heimischen Prüfungsamt, welche Dokumente Du zur Anerkennung Deines Praktikums benötigst, da Du diese viel einfacher und schneller vor Ort bekommst, als später über E-Mail/ Post/ etc.

Hinsichtlich des Dresscodes in der Arbeitswelt solltest Du beachten, dass in Indien ein gepflegtes und professionelles Erscheinungsbild sehr wichtig ist. Gerade im Büro, bei Kundenkontakt und offiziellen Veranstaltungen solltest Du Dich dem Anlass entsprechend kleiden.

Empfehlungen fürs Kofferpacken:

  • Der Dresscode ist stets abhängig vom Unternehmen und der Stadt/dem Klima
  • Ein bis zwei schickere Outfits einpacken. Nicht nur für berufliche Anlässe – man wird schnell zu Hochzeiten oder anderen Feiern eingeladen.
  • Nicht zu viele Basics mitnehmen – T-Shirts und leichte Hosen kannst Du auch günstig vor Ort kaufen.
  • Trotz der teilweise hohen Temperaturen sollten Männer lange Hosen und Frauen mindestens Knielänge beachten.
  • Grundsätzlich kannst Du Dich immer gut an Deinen Kollegen und Kolleginnen orientieren. Flipflops und ärmellose Oberteile machen keinen guten Eindruck und sind im Büro tabu.

Zur Einreise für ein Praktikum in Indien benötigst Du ein „Intern-Visa“. Dein Reisepass muss hierfür noch mindestens 180 Tage gültig sein.
Neben zwei Passfotos (5x5cm) sind je nach Visumsart unterschiedliche Dokumente erforderlich – generell brauchst Du für einen Studienaufenthalt ein Studentenvisum und für ein Praktikum ein „Intern-Visa“. Für beide Visa brauchst Du rechtzeitig ein Einladungsschreiben der indischen Hochschule, beziehungsweise des Unternehmens. Wenn Du als Absolvent ein Praktikum in Indien machen möchtest, kannst Du nur bis zu einem Jahr nach Deinem Abschluss ein Visum erhalten. Studierende, die ein Praktikum in Indien machen wollen, müssen ein Gehalt von 65.000 INR monatlich erhalten (umgerechnet 900 EUR). Bei Praktika in Nichtregierungsorganisationen wird die Visumbewerbung zuvor vom indischen Innenministerium geprüft, was nach Information des Konsulates in München zu erheblichen Verzögerungen im Vergabeprozess führt. Zu den Unterlagen gehört bei Praktikanten auch eine Bestätigung über ausreichende finanzielle Mittel. Eine finanzielle Bestätigung kannst Du dir von deiner Hausbank erstellen lassen. Für Bewerber ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist zusätzlich eine Meldebescheinigung in Deutschland nötig. Hierbei musst Du beachten, dass sich der Prozess zusätzlich verzögern kann.

Alle Informationen zu dem für Dich zuständigen Konsulat, den erforderlichen Unterlagen und Konditionen kannst Du online nachlesen. Es empfiehlt sich manchmal auch im zuständigen Konsulat oder der zuständigen Firma anzurufen und gegebenenfalls Unterlagen bestätigen zu lassen, insbesondere wenn das Konsulat weiter weg ist. Die Erstellung des Visums kann bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen. Grundsätzlich bekommst Du es meist schneller, wenn Du im Konsulat persönlich einen Antrag stellst.
Bitte beachte: Bei einer persönlichen Vorsprache im Konsulat muss manchmal sofort bar bezahlt werden! Informiere Dich unbedingt vorher telefonisch, damit Du genügend Bargeld bei Dir hast. Es nimmt mehr Zeit in Anspruch, wenn Du den Reisepass einschickst.

Wichtig zu wissen ist, dass das Ausstellungsdatum gleich dem ersten Gültigkeitstag entspricht. Deshalb solltest Du Deinen Visumsantrag nicht zu früh einreichen, wenn Du möglichst viel Zeit in Indien verbringen möchtest.
Vor einem längeren Indienaufenthalt empfehlen wir Dir sehr, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die in Deutschland verschiedene Versicherungsgesellschaften anbieten. Sich rechtzeitig zu informieren lohnt sich, da nicht alle Versicherungen mehrmonatige Verträge anbieten bzw. besondere Konditionen für Studienaufenthalte haben. Nach Abschluss der Versicherung solltest Du alle wichtigen Dokumente dazu gut verwahren. Zusätzlich solltest Du am besten auch eine eingescannte Version sicher ablegen.

Die Wohnungssituation hängt stark von der Stadt und Deinem Arbeitsstandort ab. Im Vorfeld solltest Du Deine indische Ansprechperson fragen, ob das Unternehmen Dich bei der Wohnungssuche unterstützen oder gar eine Unterkunft bereitstellen kann. Da der Verkehr in indischen Städten zeit- und nervenaufreibend sein kann, empfehlen wir, in der Nähe der Arbeitsstätte zu suchen.

Bei Maklern solltest Du vorsichtig sein, da sie häufig sehr hohe Gebühren verlangen. Demgegenüber erhältst Du oft gute Tipps von Gruppen in sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook, wo auch Anzeigen gepostet werden. Je günstiger die Unterkunft, desto einfacher ist meist die Ausstattung. Schaue Dir die Wohnung/das Zimmer unbedingt an, bevor Du einen Mietvertrag unterzeichnest oder Kaution/Miete überweist!

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